Living Room ist ein community center im Marzili-Quartier in Bern. Der Raum ermöglicht den Dialog zwischen Künstler:innen, Aktivist:innen und der Nachbarschaft, um einen einzigartigen Raum zu schaffen, in dem Verbindungen entstehen und ungehörte Geschichten erzählt werden können. Living Room nutzt Community Building, Kunst, Ausdruck, Heilung und Partizipation, um aktuelle Themen wie Rassismus und andere Formen der Ausgrenzung auf transformative Weise anzugehen. Es ist ein Raum für uns alle, aber besonders für diejenigen, die keinen Zugang zu anderen Räumen haben. Es ist ein Raum, an dem wir uns zu Hause fühlen können, wie in unserem Wohnzimmer, ein Ort, an dem wir uns frei fühlen können.
Living Room hat ein Atelier, eine Bibliothek und einen Arbeitsbereich. Es beherbergt verschiedene Projekte: Artists-in-Community, Diaspora University, Living Archiv, und Anticafé.
Dienstag, 1. September 2026 00:00–23:00
STABILITÄT UND TURBULENZ AUS NEUEN PERSPEKTIVEN ERKUNDEN
Im Rahmen des Programms Artist-in-Community und der Diaspora Universitylanciert das Living Room einen Aufruf zur Teilnahme für Künstler*innen, Kollektive und Kulturschaffende, die einen künstlerischen Beitrag zum Thema Stability and Turbulence vorschlagen möchten. Inspiriert vom Projekt TURBULENCE lädt dieser Aufruf dazu ein, zu hinterfragen, was Stabilität in einer Welt bedeutet, die von Krisen, Vertreibung, ökologischen Umbrüchen, sozialen Konflikten und inneren Transformationen geprägt ist.
Von September 2026 bis Ende März 2027 wird das Living Room einen künstlerischen Beitrag in Form von Ausstellungen, Performances, Lesungen, Filmvorführungen, Installationen, Workshops, partizipativen Formaten oder interdisziplinären Projekten präsentieren. Ziel ist es, einen Raum für Reflexion, Austausch und Dialog mit den Publika und Gemeinschaften zu schaffen, die das Living Room besuchen.
Thematik
Wir laden die Teilnehmenden ein, auf die zentrale Frage zu antworten: Was bedeutet Stabilität in einer von Turbulenzen geprägten Welt? Die Vorschläge können unter anderem Erfahrungen von Krieg und Vertreibung, Formen persönlicher und kollektiver Resilienz, ökologische Instabilität, soziale Spannungen, Machtverhältnisse sowie die Überschneidungen von Privileg, Verletzlichkeit und Zugehörigkeit thematisieren.
Wer kann teilnehmen?
Der Aufruf richtet sich an Künstler*innen, Kollektive, Forschende, Kulturaktivist*innen und Praktiker*innen, die in den Bereichen bildende Kunst, Performance, Schreiben, Klang, Film, digitale Praktiken, Installationen, partizipative Formate oder transdisziplinäre Ansätze arbeiten. Besonders ermutigen wir Vorschläge, die Verbindungen zu lokalen, diasporischen, migrantischen oder anderweitig von Fragen der Transformation, Fragilität und des Widerstands betroffenen Gemeinschaften herstellen.
Was das Living Room bietet
Die ausgewählten Projekte werden zwischen September 2026 und Ende März 2027 im Living Room in Bern präsentiert. Die Künstler*innen erhalten einen gastgebenden Rahmen, kuratorische Begleitung sowie einen Raum, um ihre Arbeit einem engagierten Publikum vorzustellen. Jeder Beitrag kann von einem öffentlichen Austausch, einem Gespräch im Anschluss an die Präsentation, einem Workshop oder einem Moment des Dialogs mit der Gemeinschaft begleitet werden.
Bewerbung
Die Bewerbungen sollen eine kurze Vorstellung der Künstlerin, des Künstlers oder des Kollektivs, eine Absichtserklärung zum vorgeschlagenen Projekt, Beispiele früherer Arbeiten, allfällige technische oder räumliche Bedürfnisse sowie eine Angabe zum gewünschten Zeitraum zwischen September 2026 und Ende März 2027 enthalten. Die praktischen Modalitäten, die Einreichfrist und die Adresse für die Einsendung werden bei der offiziellen Veröffentlichung des Aufrufs bekanntgegeben. Wir laden die Bewerber*innen ein, Projekte vorzuschlagen, die einen sensiblen, kritischen und kollektiven Raum eröffnen, um darüber nachzudenken, was es heute bedeutet, Stabilität zu finden, zu verlieren oder neu zu erfinden.
Für weitere Informationen zu den Modalitäten und Teilnahmebedingungen:
Kontakte:
Der Living Room bietet ein Artist-in-Community-Programm an: Darin treten lokale und internationale BIPOC Künstler*innen oder Kollektive in einen ehrlichen Austausch mit dem Living Room, mit Communities und dem Quartier.
Die Diaspora ist eine vielstimmige Community mit viel Wissen über die Schweiz, über Migration und Rassismus, über Politik, Gemeinschaft und Kunst. Zurzeit finden in unregelmässigen Abständen die Asia Diaspora Diskussions- und Austauschtreffen statt (siehe hierzu den Veranstaltungskalender).
Die DIASPORA UNIVERSITY bietet eine offene, kulturelle Plattform, um dieses Wissen sowie unerhörte Geschichten, wenig bekannte Bilder und Sounds auszudrücken und zu teilen. Filmscreenings, Jukebox, Vorträge, politische Diskussionen, Performances oder einfach gemeinsam diskutieren, spielen, erinnern, trinken, schweigen, lachen.
Freitags von 10 bis 15 Uhr geöffnet.
Jeden Freitag darf der Living Room als Work-Space, sozialer Treffpunkt und zum Verweilen benutzt werden, ohne dabei auf den Konsum zu fokussieren.
Das Living Archiv ist ein Ort für alle, ein Ort des Lernens, Verlernens und der Begegnung. Ein öffentliches Archiv, das intersektionale, dekoloniale und machtkritische Medien in verschiedenen Sprachen sammelt, die vor allem von Schwarzen Menschen und People of Color ausgewählt und geschrieben wurden. Ein Ort für Diskussionen und der Selbstreflexion anregt, um so dem lokalen Widerstand neue Perspektiven zu eröffnen. Das Living Archiv besteht aus physische und online Bestand.
Aktuelle Kollektivmitglieder:
Mohamed Abdulkadir, Omar Blangiardi, Claske Dijkema, Angelina Dungga, Nataliia Hradanovych, Attoumani Mohamed, Stephan Schoenholtz
Frühere Kollektivmitglieder:
Dragana Draca, Eva de Souza, Izabel Barros, Malana Rogers-Bursen, Mardoché Kabengele, Marianne Naeff, Nicolle Bussien, Rohit Jain, Said Adrus, Timo Righetti, Timothy Perry Bwengye, Youness Bitite